Das Osnabrücker Land

Die Sonne setzt mir schwer zu. Bei einem Aldimarkt verkrümele ich mich zwischen Einkaufswagen wie ein angeschlagenes Tier in den Schatten und versuche mich mit Bananen und viel Flüssigkeit wieder aufzupäppeln. Dann geht es weiter. Steigungen haben wir keine, dafür aber wenig Schatten. Über jeden Baum sind wir daher dankbar. Teilweise geht es direkt an

der Autobahn vorbei, doch ansonsten gefällt uns der Strecken- abschnitt. Obwohl, unter anderen Umständen könnten wir es mehr genie- ßen. Es ist einfach zu heiß und unser Leistungsabfall ist enorm. Susanne ist unterzuckert und ich habe trotz Kappe einen leichten Sonnenstich.

Endlich haben wir den Campingplatz in der Nähe von Gesmold erreicht. Er hat einen tollen See, schattige Plätze, einen Biergarten mit Restaurant und viele kühle Getränke. Ich komme mir vor wie im Schlaraffenland. Wir genießen. die abendliche Atmosphäre am See bei einem kühlen Bier. In Zukunft wollen wir schon um 6 Uhr früh losstarten, um in der morgendlichen Frische möglichst viele Kilome- ter zurückzulegen. Spätestens gegen Mittag müssen wir unser Etappenziel erreicht haben, denn ab 14 Uhr geht nichts mehr.

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Mein Sonnenstich war mir eine deutliche Warnung! Gesagt, getan! In der Frühe kräht ein Hahn. Doch unsere Räder surren bereits auf der Landstrasse. Es ist erstaunlich frisch, und eine Gänsehaut überzieht Beine und Arme. Die Sonne ist gerade im Begriff aufzugehen und färbt alles in rot. Bodennebel zieht wie Wasserdampf über die Wiesen Wir kommen gut voran und genießen die Morgenstimmung auf dem Land. Es ist nicht mehr weit bis nach Osnabrück. Dort wollen wir irgendwo in einem Straßencafe frühstücken. In Osnabrück haben wir die Beschilderung unserer Route aus den Augen verloren. Das kann in einer Stadt schnell passieren. Doch es gibt  zum Glück ortskundige Taxifahrer, und schon bald liegt die Stadt hinter uns.

Es ist ausgesprochen schön hier. Ländlich, leicht hügelig, waldreich und überhaupt sehr abwechslungsreich. Unterwegs sehen wir Bauern, die mit einem Pferd das Feld umpflügen. Dabei handelt es sich allerdings um Stroh- puppen. Gegen Mittag erreichen wir unseren Campingplatz in Fürstenau. Die Idee, früh loszufahren hat sich als gut erwiesen, denn statt in der Glut- hitze zu radeln, schlemmen wir nun in einem Eiscafe und verbringen den späten Nachmittag an einem See. Noch lange sitzen wir hier und beobachten die Fledermäuse, wie sie unruhig über die Wasseroberfläche flattern. Dies beeindruckt mich so sehr, dass ich beschließe, ein Lied über die Abend- stimmung am See zu schreiben. Den Titel habe ich bereit im Kopf. Am See.