Startseite

Irland

Der Südwesten

werden hier die ersten Touristenbusse eintreffen, und dann beginnt der große Ansturm auf dieses schöne Flecken Erde. Wir verlassen die malerische und kleine Bucht mit der Fähre und tuckern zwischen felsigen Muschelbänken mit Kurs auf Garinish Island. Einige Robben und Seelöwen schauen neu- gierig zu uns herüber. Wir tun das Gleiche! Nach 20 Minuten erreichen wir die Insel, die uns für die nächsten 2 Stunden mit ihren exotischen und liebevoll angelegten Landschaftsgärten verzaubert.

Von Castletownbere kommend erreichen wir nach 32 Kilometern den kleinen Touristenort Glengarriff, wo uns das letzte Highlight der Halbinsel Beara erwartet, nämlich die kleine Blumeninsel Garinish Island. Laut Reiseführer zählt sie zu den allereschönsten Landschaftsgärten Irlandsmit Tempel, einigen Statuen und vielen

Es geht weiter!

exotischen Pflanzen. Verantwortlich für die üppige, teilweise subtropische Vegetation ist das milde Klima im Südwesten Irlands, welches unter dem Einfluss vom Golfstrom steht. Zusammen mit noch ein paar Anderen tummeln wir uns am nächsten Morgen an der Fährstation herum. Es ist noch früh; und das ist auch gut so! Denn in ein oder zwei Stunden

Die Fähre nach Garinish Island liegt in einer malerischen Bucht vor Anker.

Robben und Seelöwen sonnen sich auf den felsigen Muschelbänken und schauen neugierig zu uns herüber.

Vor Garinish Island erstreckt sich eine schärenartige Küstenlandschaft.


Eine Augenweide ist der Italienische Garten.

Garinish Island


Stilvoll angelegte Gartenanlagen liegen inmitten einer dschungelartigen Wildnis mit zahlreichen exotischen Pflanzen.

In der Nähe des Fähranlegers passieren wir ein steinerndes Grab. Ich hatte in dem Reiseführer darüber gelesen. Laut einer alten Legende soll sich darin ein Monster aus vergangenen Zeiten aufhalten. Wir haben Glück, denn gerade in diesem Augenblick öffnet sich der Sargdeckel und mir gelingt ein guter Schnappschuß Kurz dannach sind wir wieder auf der Fähre und setzen über ...

In Glengarriff angekommen, wechseln wir auf unsere bereits bepackten Räder, die ungeduldig in einem Schuppen hinter dem Hostel auf uns warten. Über die N71 radeln wir zunächst einmal nach Bantry, einem lebhaften Städtchen. Dort habe ich endlich die Gelegenheit, mein Rad reparieren zu lassen. Ich hatte auf

den letzten 100 Kilometern Probleme mit der Kettengangschaltung. Der Grund war ein defekter Schaltzug, wie sich im Nachhinein herausstellte. Hinter Bantry verlassen wir endlich wieder die Hauptstraße. Wir lassen Sheepshead Island rechts liegen und radeln weiter. Unser Ziel ist Skull, ein reizvoller touristischer Ort an der Südküste von Mizen Head Island.

Auf dem Weg bis dorthin müssen wir nur eine Bergkette überwinden, die es aber in sich hat. In Ballydehop an der Küste belohnen wir uns mit einem Eis. Der Einfluß des milden Klimas macht sich überall bemerkbar. Efeu überwuchert die Strommasten am Wegesrand, und als wir in Skull ankommen, haben wir das Gefühl, uns irgendwo am Mittelmeer zu befinden. Überall wachsen Palmen, und auf azurblauem Wasser tummeln sich weiße Segelschif- fe. Leider hat das Hostel zugemacht. Schade! Ich war letztes Jahr schon mal hier, und ich fand es war eins der schönsten und vor allem saubersten auf meiner Tour.  Wir quartieren uns in einem Bed & Breakfast ein und genießen die Intimsphäre eines eigenen Zimmers. Auch nicht schlecht! Am Hafen holen wir uns Erkundigungen über die Fährverbindungen nach Baltimore ein und erfahren, daß wir zuerst mit dem Schiff zur Insel Clear Island übersetzen müssen, um von dort aus weiter bis zum Zipfel der Irischen Südküste zu gelangen.

Südländischer Flair

Skull könnte ebenfalls ein Ort irgenwo am Mittelmeer sein.

Es geht weiter!

Wie Pflanzensäulen sehen die Strommasten aus.

Am nächsten Tag beschließen wir, mit dem Fahr- rad eine Rundtour um die Spitze von Mizen Head zu unternehmen, denn die Fähre nach Clear Island geht erst gegen Mittag. Zunächst einmal radeln wir bis nach Toormore und biegen dort rechts ab, um an die Nordküste zu gelangen. Das Sträßchen, welches an den grünen Hängen der

Nordseite entlangläuft, sieht aus wie ein Band- wurm aus Asphalt. Er führt uns an einen See  rosenteich, der lieblich

eingebettet zwischen grünem Gras liegt. Mittlerweile haben wir ganz schön an Höhe gewonnen und genießen die grandiosen Ausblicke 

nach Sheephead  Island herüber. Wir erreichen einen Pass und lassen uns danach im Tempo bis auf Meeresniveau herunterrollen. Wir befinden uns jetzt wieder an der Südküste. Auf die letzten fünf Kilometer bis zur Spitze müssen wir aus zeitlichen Gründen verzichten. Das fällt uns aber auch gar nicht schwer, denn die Landschaft hier ist so dermaßen schön, daß wir nicht das Gefühl ha- 

In dem Bed & Breakfast bepacken wir unsere Fahrräder und begeben uns anschließend auf direktem Weg zum Hafen. Ein bunt bemaltes Schiff war- tet bereits auf uns. Mit Schwung  werden unsere Räder über die Reeling gehieft, und kurze Zeit später sitzen wir an Deck. Die Taue werden eingezogen und, eine schöne und abwechslungsreiche Schiffsfahrt bis nach Clear Island wartet auf uns.

Die Strände an der Spitze von Mizen Head gehörten mit zu den schönsten auf unserer Tour.

Mit dem Schiff nach Clear Island.

Clear Island

ben, etwas zu versäumen. Ein Traumstrand mit türkisfarbendem Wasser veranlasst uns dazu, eine ausgiebige Genießerpause einzulegen, bevor wir an der lieblicheren Südküste wieder bis nach Skull zurückradeln.

Der offene Atlantik mit seinen Wellen macht sich bei der Überfahrt  ziemlich bemerkbar, und das kleine Schiff schlingert hin und her. Bei stärkerem Seegang hätte ich meine Probleme damit! Backbord liegen einige kleine und verträumte Inseln im Wellenmeer.  Es gibt einige davon in der Long Island Bay. Am Horizont taucht  unsere Insel auf, die jetzt immer näher rückt. Und dann laufen wir auch schon in einer kleinen geschützten Bucht mit einem Minihafen ein. Für die nächsten drei Stunden ist Clear Island unsere Pira- teninsel. Mit einer Breite von zwei   und einer Länge von fünf Kilometern gibt es hier außer dem niedlichen Hafen, einer sehr schönen Bucht ,  dem Leuchtturm  und einer Ruine  nicht viel zu sehen. Die Qualitäten dieses Islands liegen eher in der   Ruhe und ihrem eigenen  Rhythmus.

Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein. Nur dann, wenn eine der wenigen Fähren in dem kleinen Hafen anlegt, erwacht die Insel aus ihrem Dornröschenschlaf. Dann strömen die Touristen aus und bleiben am Schluß

Cape Clear ist der südlichste  Punkt Irlands. Dahinter erstreckt sich der Atlantik. Damals fuhr die Titanic hier vorbei, bevor sie für immer verschwand.

in einem der wenigen Pubs hängen, um später von der Fähre wieder mitgenommen zu werden. Man muß nicht unbedingt am Hafen stehen, um zu wissen, ob eine Fähre an oder ablegt. Es reicht wenn man die paar knatternden und röhrenden Inselfahrzeuge hört, die dann den Pub, den “Tante Emma Laden”  oder einige andere Häuser mit Sachen vom Festland beliefern. Diese verbeulten Kisten mit kaputtem Auspuff sind sehr

Eine traumhaft schöne Bucht lädt zum Träumen ein

wahrscheinlich immer schon auf der Insel gewesen und haben garantiert noch nie einen Tüv gesehen. Doch wen stört’s! Nachdem wir einen kleinen Streifzug bis zum Ende der In- sel unternommen haben, hän- gen wir die restliche Zeit vor dem Pub ab. Dann ist es endlich soweit!  Die eine Fähre, mit der wir gekommen waren, hat be- reits schon abgelegt, um die Touristen wieder nach  Skull zurückzubringen. Wir dagegen werden die andere Fähre in einer halben Stunde benutzen, um nach Baltimore zu gelangen. Doch was passiert nun? Die eine  Fähre , die eben abgelegt hatte und den sicheren Hafen 

Auf der westlichen Seite  bildet ein kleiner See den Abschluß der Insel Clear Island . Dahinter liegt Amerika.

Die knatternden Inselfahrzeuge sind eine Klasse für sich !

Ein Fischerort mit Atmosphäre ist Baltimore am südwestlichen Zipfel Irlands.

bereits verlassen hat, dreht plötzlich um und läuft schnurstracks wieder in den Hafen zurück. Der Kapitän hat bestimmt etwas vergessen, meine ich scherzend zu Susanne. In diesem Augenblick winkt uns der Kapitän zu und fordert uns mit Gestik dazu auf, an Bord zu kommen. War er doch glatt davon ausgegangen, als er unsere Abwesenheit auf seinem Schiff bemerkte, daß wir uns vielleicht verspätet haben könnten und ist auf  Grund dessen zurückgekehrt! Wir geben dem Kapitän zu verstehen, daß wir die andere Fähre benutzen wollen. Daraufhin grinst er schief, hupt einmal kurz und dreht dann endgültig ab. Was man unter irischer Gelassenheit versteht, habe ich spätestens heute auf Clear Island kennengelernt. Eine Stunde später läuft unsere Fähre tuckernd in den Hafen von Baltimore ein, Letztes Jahr war ich schon einmal hier. Da radelte ich an der Südküste entlang und kam von Kinsale her. Wie die Zeit doch vergeht! Wir radeln noch zwei Kilometer weiter bis zu dem auf der Anhöhe liegenden Hostel, kochen noch etwas und gehen dann schlafen. Morgen fahren wir landeinwärts und über Skibereen, Dumannway weiter  bis nach Inchigeelagh, welches in dem sehr reizvollen Lee River Tal liegt ..

Hier ein paar Fotos von der Südküste

 

Weiter zur nächsten Seite