Startseite

Irland

Nationalpark Killarney

Nachdem wir uns in der Jugendherberge in Fossa einquartiert haben, in ge- trennten Schlafzimmern übrigens, beschließen wir, einen Abstecher nach Killarney zu unternehmen. Dabei machen wir einen Umweg über Ross Castle. Die Gegend um Killarney herum könnte man als eine

Parklandschaft bezeichnen, die von Menschen angelegt worden ist. Ausgedehnte Wiesen mit herrlich großen Bäumen. Dazu noch eine Seenlandschaft und den höchsten Berg Irlands im Hintergrund. Leider ist ein großer Teil der Flächen privatisiert. So haben sich hier einige Golfclubs und Nobelhotels breit gemacht, deren großflächigen Anlagen fast die Hälfte der

gesamten Landschaft um Killarney herum einnehmen. Aus diesem Grund müssen wir den ersten Teil bis zum Castle auch an der stark befahrenen Nationalstraße entlangfahren. Umso erholsamer ist dann der Weg, der endlich von der Hauptstraße wegführt. An der Burg liegt eine Anlegestation für Schiffe. Dabei erfahren wir, daß zweimal täglich ein Kahn mit Außenbordmotor über sämtliche Seen bis in die Nähe des Gap of Dunloe fährt. Fahrradmitnahme ist möglich! Sofort haben wir einen Plan für  den nächsten Tag, nämlich eine Rundtour per Boot und Rad zu unternehmen.

Wir radeln weiter durch einen dschungelartigen  Wald bis nach Killarney. Hier tobt der Mop. Viel Tourismus, Restaurants, Boutiken, Geschäfte und natürlich Pubs mit leckerem Guiness und guter Musik. Für uns steht fest, daß wir uns morgen früh hier einquartieren werden. In einem der Independent Hostels buchen wir daher jetzt schon für zwei Betten. Die Jugendherberge ohne Einkaufsmöglichkeit liegt einfach zu weit weg von Killarney!   

 Killarney ist von einer herrlichen Park,- und Seenlandschaft umgeben. Große Bäume auf saftigen Wiesen sind dabei keine Seltenheit.

Pünktlich erreichen wir am nächsten Morgen den kleinen Bootsanlegersteg bei Castle Ross und hiefen vorsichtig unsere Räder in den schaukelnden Holzkahn, wo sie dann fachmännisch am Süllrand festgesurrt werden. Nachdem wir uns die Schwimm westen übergestreift haben, geht die Schaukelparty auch schon  los. Der Wind peitscht über die Wasseroberfläche, und nicht selten werden wir nassgespritzt. Wir unterqueren eine sehr alte, steinernde Brücke, und schon befinden wir uns im nächsten See. Die Kahnbfahrt wird nun zuneh- mend abenteuerlicher, denn der Fluß, welcher die Seen miteinander verbindet, wird im Oberlauf immer flacher. So müssen wir im weiteren Ver- lauf an einer Brücke und an einigen anderen seichten Stellen in den vorderen Teil des Bootes rutschen, damit der Außenborder

höher kommt und somit nicht auf den Boden schlägt. An einer schwallartigen Flußenge  steigen wir aus dem Boot, damit wir es treideln können. Schließlich nach 1,5 Stunden erreichen wir den Bootsanleger in der Nähe von Cap of Dunloe. Eine tolle Bootsfahrt geht zu Ende!

 Mit einem Kahn überqueren wir die einzigartige Seenlandschaft um Killarney herum.

 Der Fluß, der die Seen miteinander verbindet wird im Oberlauf zunehmend flacher.

Wir radeln durch das sehr reizvolle Black Valley und nähern uns allmählich den Bergen und dem noch zu bezwingenden Gap of Dunloe.

Auf uns wartet nun der zweite Teil unserer Rundfahrt und zugleich ein nächstes Highlight auf unserer Irlandreise, nämlich der Cap of Dunloe.

Während die Insassen von unserem Boot in hölzernde Karren umsteigen, die von Eseln zum Pass hochgezogen werden, schwingen wir uns auf unsere eigenen Esel aus Aluminium, Draht und Speichen. Es geht nun ständig bergauf, und schon bald liegt die Seenplatte in Miniaturansicht hinter uns. Noch eine gemeine Steigung, und wir erreichen den höchsten Punkt. Was nun folgt ist einfach atemberaubend schön! Durch eine Schlucht mit riesigen Felsbrocken auf leuchtendem Grün schlängelt sich unser Sträßchen von einem Bergsee zum anderen. Wie auf einer Perlenschnur sind sie auf unterschiedlichen Höhenebenen aneinandergereiht und mit einem kristallklaren Bach verbunden. Nach einer vielleicht 6 Kilometer langen Abfahrt auf der Paßstraße sind wir wieder auf der Ebene auf dem Weg nach Killarney. Wir sind froh, diesen Tagesausflug gemacht zu haben...

Der Gap of Dunloe ist fast erreicht. Was erwartet uns dahinter?

Gap of Dunloe

Am Abend sitzen wir draußen und trinken Guinness. Die Stimmung ist gut, denn das gut besuchte Hostel und der Pub liegen beide in einer Sackgasse mitten in der Stadt    

führen, genau zu jenem,  wo wir uns im Augenblick bettfertig machen indem wir uns die Zähne putzen.

und der Übergang ist durch die draußen stehenden Holzbänken und Tischen eher fließend. Wer einmal in Killarney sein sollte und in einer Nebengasse auf dem Asphalt gelb gemalte Fußabdrücke erblickt, dem sei gesagt, daß diese zu dem Independent Hostel

Am nächsten Morgen geht es weiter!

Unser heutiges Etappenziel ist eine kleine Jugendherberge irgendwo an der Nordküste von der Halbin- sel Beara. Ich freue mich jetzt schon auf die nächsten 3 Etappen, denn der Ring of Beara, den ich auch letztes Jahr geradelt bin, ist nach wie vor mein persönlicher Favorit. Susanne kann es sich kaum vorstel- len, daß die Landschaft, die wir bisher erlebt haben,  

noch zu topen ist. Ich bin auf ihr Urteil gespannt. Doch zunächst einmal müssen wir einen weiteren Pass bezwingen, den Moll’s Gap. Auf dem Weg bis dorthin kommen wir an dem Muckross House vorbei, einem alten und schönen Herrenhaus  mit einem wunderbaren Park dazu. Etwas weiter, nicht sehr weit weg von der Straße

 kündigt sich ein Wasserfall durch sein Rauschen an. Wir gehen an dem munter plätschernden Bach vorbei und erreichen die Stelle, wo er vielleicht aus 50 Meter Höhe in die Tiefe schießt. Vorbei an Berghängen, wo zwischen den Bäumen üppig wilder Rhododendron wächst, schraubt sich nun die Straße in Serpentinen immer höher. Einen schönen Ausblick auf die

Fast wie am Gardasee.

dazwischen sehen bedrohlich aus. Nachdem wir einen malerischen Bergsee hinter uns gelassen haben, erreichen wir endlich Molly’s Gap. Der Wind bläst uns fast vom Fahrrad. Ich muß mal pinkeln, und eine plötzliche Windböe löst den gezielten Strahl in viele kleine Tröpfchen auf, die mir mit einmal entgegengeschleudert werden. Es geht nun 10 Kilometer bergab! Doch der Wind schmeißt sich mit einer solchen Wucht gegen uns, daß wir das Gefühl haben, bergauf zu fahren. Endlich schlägt die Paßstraße eine

Seenplatte genießen wir noch einmal am Lady Vieuw, bevor sich der Nationalpark mit den zahlreichen Natursehenswürdigkeiten 

endgültig hinter der nächsten Kehre verabschiedet.Das Wetter hat umgeschlagen, und es regnet nun teilweise. Dazu pfeift ein starker böenartiger Wind und zeddert kräftig an meiner Regenjacke. Die Berge mit den gespenstischen Regenwolken

  wuchender  Rhododendron.

andere Richtung ein, und deshalb rollen wir auch im Affenzahn auf dem nassen, glänzenden Asphalt der Stadt Kenmare entgegen. Nachdem wir uns mit einem irischen Sandwich gestärkt haben, überqueren wir den Kenmare River.

 Aussicht am Lady View

 

Weiter zur nächsten Seite

P6090093

Hier beginnt der Ring of Baera.