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Irland

Ring of Dingle und Kerry

Nach einem üppigen Frühstück starten wir in Tralee.  Auf der N86 surren unsere Fahrräder mit dem Ziel Dingle. Leider haben wir für die nächsten 15 Kilometer keine Ausweichmöglichkeit und müssen daher den Verkehr auf einer Hauptstraße mit in Kauf nehmen.

Das ändert sich aber nach circa einer Stunde, wo wir endlich abzweigen können, und noch etwas später  biegen wir zum wiederholten Mal ab und befinden uns auf einer Schotterpiste, die durch eine Furt mit klarem Wasser führt. Eine ideale Stelle, um eine Pause einzulegen. Die Gegend wird 

Eine Furt mit knietiefem Wasser liegt vor uns

Die Berge rücken immer mehr zusammen.

Zum Glück ist dieser Streckenabschnitt  für große Wohnmobile oder Reisebusse ganz gesperrt, weil die Strasse teilweise recht schmal ist. Nach zwei Dritteln erreichen wir eine schöne Stelle.  Ein Bach mit kaltem, kristall klaren Wasser schießt aus 3 Meter Höhe herun ter. Das Wasser  schmeckt vorzüglich, und ich stelle mich einfach unter den kleinen Wasserfall. Frisch aufgetankt nehmen wir zusammen das letzte Drittel in Angriff.

forderung, denn es geht auf 7 Kilometer Länge steil bergauf. Unbarmherzig knallt die Sonne auf unsere Köpfe. Schatten gibt es leider keinen. Dafür aber umso mehr Autos. Alle wollen sie zum Connor Pass wegen der herrlichen Panorama Aussichten.

Ein Bach mit kaltem Wasser lädt zu einer Erfrischungspause ein.

Oben angekommen, werden wir für alle Strapazen belohnt. Was für herrliche Ausblicke! Dannach geht  es in einem rasanten Tempo bergab, und schon bald fliegen an uns die ersten bunten Häuser von Dingle vorbei. Dingle mit seinem Hafen und den vielen bunten Häusern gefällt uns ausgesprochen gut. Etwas ausserhalb auf einer Anhöhe liegt das Hostel, welches wir am Nachmittag erreichen. Die erste Etappe ist geschafft. Tags darauf unternehmen wir eine Rundtour und erleben einen

  Der Connor Pass ist endlich bezwungen. Herrliche Panoramen belohnen unsere Strapazen.   Wie große Spiegel sehen die tintenblauen Bergseen in der Berglandschaft um uns herum aus.

zunehmend schöner. Wir passieren eine herrliche Bucht, überqueren auf alten Steinbrücken den ein oder anderen Wildbach. Noch einmal pausieren  wir in einem winzigen Dorf, bevor wir den Connor Pass in Angriff nehmen. Er ist die erste große Heraus-

Dingle ist ein freundliches, kleines Touristenstädtchen mit bunten Häusern und einem malerischen Hafen.

fantastisch schönen Küstenabschnitt an der Spitze der Halbinsel Dingle. Eng schmiegt sich die Küstenstraße an die steilen Berghänge, die in den Atlantik eintauchen. Ein Meerespanorama löst das andere ab, und zwischen schroffen Felsen und saftigem Grün liegen traumhaft schöne weiße Sandstrände. Wir passieren einige prähistorische Hütten. Auffällig ist auch das Restaurant, ganz aus Stein gebaut.

Haus, ganz aus Stein

Eng schmiegt sich die Küstenstraße an die steilen Berghänge.

Hausruinen ohne Dächer sind keine Seltenheit in Irland, und das hat einen Grund. Früher gab es einmal eine Dachsteuer, und prompt haben die Großgrundbesitzer die Dächer von den nicht wirtschaftlichen Häusern einreißen lassen, damit sie dafür keine Steuern zahlen müssen.

Weiße Sandstrände liegen zwischen schroffem Gestein und saftigen Grün.

Es ist Mittagszeit, und zum Glück sind deswegen auf der schmalen Küstenstraße am Slea Head kaum Autos unterwegs. So beenden wir auf einer fast autofreien Straße unsere 45 Kilometer große Runde und trudeln am frühen Nachmittag in dem pulsierenden Städtchen Dingle wieder ein. Wir halten uns noch eine Weile hier auf und  kaufen im Supermarkt anschließend einige Zutaten für unser Abendessen ein. Heute gibt es Lammfleisch mit Kartoffeln und Bohnen, abgerundet mit einem irischen Whiskey. Wenn das nicht ein guter Abschluß für einen erlebnisreichen Tag ist! Schon sehr früh kommen wir am nächsten Morgen in die Pötte. Unser Ziel ist ein ländliches Hostel in der Nähe von Killorglin. Die Strecke bis dorthin ist teilweise recht schweißtreibend. Es gilt zwar keinen Pass zu überwinden. Dafür geht es aber immer wieder hoch und runter in einem stark

Grün und blau sind die dominierenden Farben an der Spitze von der Halbinsel Dingle.

hügeligen Terrain. Besonders schön gefällt uns die kleine Bucht, wo das Minard Castle liegt. Später, hinter Anascaul, verläuft die Straße schnurgerade an der Küste entlang. Wir passieren Inch Strand, eine sandige Landzunge, die 6 Kilometer weit in den Dingle Bay hineinragt. Wir erreichen Castlemain, überqueren den River Maine, passieren Milltown und erreichen das etwas heruntergekommene Farmhostel in der Nähe von Killorglin. Aber das ist uns egal, denn wir sind glücklich, unser Ziel erreicht  und somit die Dinglerunde beendet zu haben. Die Etappe heute war es ganz schön heiß und anstrengend. Trotzdem machen wir noch

Inch Strand, eine 6 Kilometer lange Landzunge aus Sand!

Eine Traumbucht, klein aber fein, liegt bei Minard Castle.

einen Abstecher nach Killorglin. Der Ort ist nicht sonderlich attraktiv. Dafür aber ist umso schöner der River Laune, der träge unter einer lang gezogenen Steinbrücke fließt. Wir entdecken eine schattige Bank vor einem Pub direkt am Ufer und begießen den heutigen Tag. Natürlich mit einem eiskalten Pint Guiness ...

Der River Laune

Insgesamt hat uns der Ring of Dingle ganz gut gefallen. Am Schönsten, fand ich, war Slea Head, die Spitze der Insel und der Ort Dingle selbst. Der Connor Pass war recht anstrengend und im Nachhinein muß ich sagen, haben wir ihn immer als Maßstab für andere Steigungen nehmen können. Morgen wollen wir den Ring of Kerry in Angriff nehmen.

Frühzeitig sind wir auf der Straße, denn heute liegt wieder ein anstrengender Streckenabschnitt vor uns. Unser Ziel ist Caherdaniell am anderen Ende der Insel. Dazwischen liegt die Bergwelt der Macgillycuddys mit zwei Pässen, die zu bezwingen sind. Aus zwei Gründen haben wir uns für diese Variante entschieden. Zum Einen haben wir die Möglichkeit, das sehr reizvolle bergige

Es geht weiter!

Wie eine Wand hat sich das Macgillycuddygebirge vor uns aufgebaut.

Landesinnere auf den ruhigen Nebenstraßen kennenzulernen, und zum Anderen fahren wir die Kerryrunde im Uhrzeigersinn. Das hat den großen Vorteil, daß die zahlreichen und berüchtigten Touristenbusse auf der Ringstraße

nicht hinter uns fahren und durch Überholmanöver gefährden können, denn sie fahren alle ohne Ausnahme gegen den Uhrzeigersinn und kommen uns somit auf der anderen Straßenseite entgegen. Kommen wir zurück in die Gegenwart!

2 Kilometer bis zum Paß sind allerdings recht mühselig und sehr steil. Dazu kommt noch die Hitze, die zwischen den kargen und reflektierenden Felswänden nicht entweichen kann. Umso schöner ist es, alswir den höchsten Punkt erreicht haben. Eine rasante Abfahrt steht uns zunächst bevor. Ein Bergsee fliegt an uns vorbei, und dann taucht unser Sträßchen in einen dunkelgrünen, schattigen Wald ein. Wir befinden uns nun im Landesinnern, welches ich jedem Kerrybesucher wärmstens empfehlen möchte.

Wir sind hinter Killorglin, und vor uns hat sich das Macgillycuddygebirge wie eine große Wand aufgebaut. Es geht nun stetig in weiten Bögen bergauf. Doch der Steigungsgrad ist erträglich, und somit werden wir auf sanfte Art in eine bezaubernde Bergwelt eingeführt. Die letzten

Das Landesinnere von der Halbinsel Kerry ist ein Muß!

Die Paßstraßen auf dem Weg nach Caherdaniell sind recht einsam. Hier auf den Höhen herrscht eine friedliche Stimmung, fernab von dem Touristenrummel, der auf der Küstenstraße herrscht.

Die in einem Talkessel eingebettete Landschaft ist für die nächsten Kilometer leicht wellig und äußerst abwechslungsreich. Nicht zuletzt auch wegen dem hier bestehenden Wald- bestand, den es in Irland ja kaum gibt. Nachdem wir einen weiteren Pass überwunden haben, näher wir uns allmählich der Südküste. Vor uns, weiter unterhalb, liegt das blaue und glitzernde Meer mit dem Touristenort Sneem, eine Anlaufstation für sämtliche Reisebusse auf dem Kerryway. Wir trinken zwischen kitschigen Andenken- läden einen Kaffee und stellen fest, daß der Touristentrubel für uns ein wenig gewöhnungsbedürftig ist.Wir lassen Sneem hinter uns und radeln weiter auf der  

Noch einmal taucht das Macgillycuddygebirge auf, bevor es hinter der nächsten Senke verschwindet.

Landschaftspark einen Besuch ab und sind über seine üppige subtropische Vegetation überrascht. Es geht nun mal wieder sehr steil bergauf. Dafür werden wir mit einem der schönsten Meerespanoramen auf unserer Tour belohnt. Traumstrände, Buchten und Meeresarme machen den folgenden Landschaftsabschnitt sehr abwechslungsreich und zu einem unvergesslichen Erlebnis. Und dann tauchen doch die ersten Reisebusse auf.Wie ein Schwarm strömen die Touristen aus dem Bus.” Klack, Klack, Klack” werden Aufnahmen gemacht, und im nächsten Augenblick ”Klatsch, Klatsch, Klatsch” werden die Leute von einer nervösen Reiseführerrin dazu aufgefordert, den Bus schnellstens wieder aufzusuchen, weil der nächste Bus bereits kommt und der kleine Parkplatz am Aussichtspunkt dafür frei gemacht werden muß. Mit Genuß und Wertschätzung der Natur hat das nichts mehr zu tun, denke ich mir.

N 70 Richtung Caherdaniell. Die Gegend bis dorthin ist recht hügelig, wird aber immer wieder durch schöne Ausblicke auf das Meer belohnt. Am Ziel angekommen, finden wir Platz in einem sehr netten, sauberen Hostel.

Bezaubernde Flußlandschaft bei Sneem.

Traumstrände in der Nähe von Caherdaniell.

Am nächsten Tag radeln wir weiter nach Cahirciveen, natürlich nicht auf direktem Weg. Nur teilweise benutzen wir die N-Route.Von daher werden wir weitgehend von den stinkenden und lärmenden Reisebussen verschont, zumal diese erst um die Mittagszeit an der Spitze der Insel erwartet werden. Wir statten dem Darryname

Fast urwaldmäßig ist die Vegetation im Darryname Landschaftspark.

Hinter dem touristisch verbauten Waterville zweigen wir wieder auf eine Nebenstraße ab. Einige schweißtreibende Steigungen auf sehr rauhem Asphalt führen uns hin bis zu unserem nächsten Etappenziel. Am Abend sitzen wir gemütlich in einem Pub mit Livemusik und spülen den Staub des Tages mit einigen Pints Guiness herunter. Morgen geht’s weiter auf der Nordseite nach Fossa. Eine tolle Streckenführung über Nebenwege ermöglicht uns ein

Herrliches Meerespanorama in der Nähe von Caherdaniell.

Panorama am Kings Head.

Killarney ist nicht mehr weit. 

Es geht steil ab zum White Strand. 

 Über landwirtschaftliche Wege nähern wir uns wieder dem Macgillycuddy gebirge und kreuzen irgendwann das Sträßchen, auf dem wir uns noch vor drei Tagen befanden auf dem Weg in die Berge. Die Landschaft wird nun  parkähnlich, und nach einigen Kilometern taucht im Grünen die Jugendherberge in Fossa auf. Hier beenden wir unsere heutige Etappe.

geruhsames Radeln ohne Lärmbelästigung. Nur an einigen kurzen Streckenabschnitten müssen wir auf die N-Route ausweichen. Die Landschaft ist nach wie vor traumhaft schön.Besonders malerisch ist der Küsten- abschnitt am Kings Head und die Aussicht auf den grandiosen White Strand, dem Gegenstück der Inch Landzunge von Dingle.Wir erreichen den Lough Caragh, einen schönen See, doch leider in fester Hand reicher Leute, deren Megagrundstücke sich bis an die Ufer erstrecken. Hier verlassen wir endgültig die N-Route auf dem Weg Richtung Killarney.

 

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