Das Ruhrgebiet

85 Kilometer Ruhrgebiet liegen heute vor uns. Der Emscher-Parkweg, ein Fernradweg, führt uns mitten hindurch. Es regnet Bindfäden. Doch wir sind in bester Laune, denn heute wird es bestimmt viel zu sehen geben. Der Reiz liegt in den vielen Bildern und Geschehnissen, die eine Stadtlandschaft mit ihren Menschen darin zu bieten hat. Unser Weg  schlängelt sich durch still gelegte Zechengelände, die mittlerweile für jedermann zugänglich gemacht worden sind. Statt diese abzureißen, hat man sie in Kulturzentren und Museen umgewandelt. Das Ruhrgebiet ist im Grunde genommen eine riesengroße Stadt und noch vor Berlin die größte Kulturmetropole Deutschlands. Vorbildlich ist der  Industriepark Duisburg Nord, den wir auch durchqueren. Hier spielen Bands in den alten Hallen und ein Großleinwandkino ist aufgebaut worden.

Im Eiltempo breitet sich die Natur aus und überwuchert die alten Backsteingebäude und rostbraunen Stahlgerüste. Blumen wachsen zwischen den Schienen der ehemaligen Werksbahnen und Birkenwälder bedecken die Halden, wo einst die Schlacke abgelagert wurde. Unser Weg geht mitten durch solche Haldenlandschaften. Von oben hat man einen tollen Weitblick. Vorbei an gigantischen Kränen, liebevoll gestalteten Schrebergärten, an Kanälen entlang, um mit den Frachtern um die Wette zu radeln geht es immer weiter, teilweise durch sehr runter gekommene verrußte Stadtviertel; ein anderes mal an den stilvollen Häusern einer restaurierten Zechensiedlung vorbei. Als etwas frustrie- rend empfinden wir allerdings die Menschen hier. Viele haben einen leeren und ausdruckslosen Blick. Allmählich nähern wir uns dem Rand des Ruhrgebietes. Der Emscher-Parkweg  war uns ein guter Begleiter. Er hatte eine interessante Strecken- führung und war vorbildlich ausgeschildert. Vom Verkehr haben wir so gut wie gar nichts mitbekommen, und das auf 80 Kilometer Länge durchs Ruhrgebiet. In Lünen an der Lippe übernachten wir.

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Im ehemaligen Gasometer findet man heute eine Tauchlandschaft vor, und die alten Kühltürme bilden ein Kletterparadies. Interessant sind auch die Führungen, die über die Rohstoffgewinnung von damals erzählen und vom harten Leben der Arbeiter. Am meisten allerdings beeindruckt mich das Renaturalisierungsprogramm. Man lässt einfach alles wachsen.