Die nächsten paar Tage wollen wir am Meer verbringen. Als festen  Standort haben wir uns einen Campingplatz in Westende ausgesucht.  Von hier aus wollen wir per Rad die Küste Belgiens, ihr Hinterland  und die sehenswerte Stadt Brügge kennen lernen.

Einen besseren Stellplatz am Meer können wir uns nicht vorstellen !!!

Am Abend schauen wir uns von hier aus die wunderbaren und grandiosen Sonnenuntergänge an.

Dazu essen wir natürlich frischen Fisch und trinken Wein.

Nachts lassen wir die Schiebetür offen und hören das Rauschen vom Meer.

Wir unternehmen eine Radtour ins unmittelbare Hinterland, um die kleine Stadt Veurne aufzusuchen. Die Streckenführung  bis dorthin ist eher unattraktiv.

Kilometerlange und schnurgerade Strassen laufen schachbrettmusterartig durch langweiliges, plattes Marschland.

Dafür werden wir umso mehr belohnt,als wir endlich unser Ziel erreichen.

Besonders schön sind bei den Sonnenuntergängen die unterschiedlichen Verfärbungen am Himmel

und ihre Spiegelungen auf dem nassen Sand.

Die unendliche Weite am Meer breitet sich in uns aus und öffnet unsere Herzen.

Veurne ist ein liebenswertes, kleines Städtchen mit einem herrlichen Marktplatz, umrahmt von alten Giebelhäusern im Stil  der flämischen Renaissance.

Wir machen einen Streifzug durch die Gassen und entdecken so manches interessante Gebäude,

wie zum Beispiel die alte Fleischhalle und auch die Nikolauskirche.

 

Wir befinden uns nun in De Panne, drei Kilometer von der französischen Grenze entfernt.

Von hier aus wollen wir die belgische Küste entlangradeln bis nach Holland, kurz hinter Knokke-Heist.

Das hört sich gewaltig an!  Letztendlich sind es aber nur 60 Kilometer, denn länger ist die flämische Küste nicht.

Vielleicht ist das der Grund dafür, dass hier so viele Hochhäuser stehen und im Grunde genommen die komplette Küstenlandschaft verbaut worden ist. Naturliebhaber jedenfalls werden keine Freude daran finden.

Die Seebäder an der belgischen Küste sehen fast alle gleich aus.

Auf 2-3 Kilometer Länge stehen die Hochhäuser in einer langen Reihe.

Der eigentliche Ort liegt dahinter. Mitten hindurch führt die verkehrsreiche Küstenstraße.

Zwischen den gigantischen Hochhäusern aus Beton und Glas eingepfercht, steht noch ein Relikt aus vergangenen Zeiten.

Früher müssen hier tolle Häuser im Seebäderstil gestanden haben. Schade!

 

Eine Promenade, die sich von allen anderen an der flämischen Küste unterscheidet, ist zum Beispiel die von De Haan

...und dass nicht alles Hochhaus sein muß, zeigt in beeindruckender Weise dieses stolze Seebadhaus in Ostende.

Es macht Spaß mit dem Fahrrad über die autofreien Seepromenaden zu radeln. Der Blickkontakt zum Meer setzt sich fast auf der gesamten Strecke fort.

Die Tram begleitet uns auf der gesamten Küstenstrecke.

Sie fährt bis in die Nacht fast jede halbe Stunde und verbindet alle Küstenorte.

Einfach praktisch! Man wandert am Strand entlang bis zum übernächsten Ort, trinkt dort einen Kaffee und fährt mit der Tram zurück.

Dünenlandschaften findet man an der Küste leider nicht mehr so häufig.

Sie sind größtenteils den Baulöwen und Spekulanten zum Opfer gefallen.

Zwischen Neuwpoort und De Panne gibt es noch ein paar Dünengürtel, die mittlerweile unter Naturschutz stehen.

Ostende ist die bekannteste und größte Stadt an der Küste. Sie besitzt darüber hinaus einen großen Hafen.

In den Hafenbecken liegt eine ganze Flotte von Fischerbooten und Yachten vor Anker.

In dem ältesten Seebad Belgiens herrscht buntes Treiben. Auf Grund der geografischen Lage trifft man hier viele Holländer und Franzosen an. Aber auch Engländer halten sich gerne hier auf.

Von hier aus gehen auch die großen Fähren nach England.

Wir radeln durch eine Landschaft aus Riesenkränen und  Containerschiffen. 

Es sind die Hafenanlagen in Blankenberge. Hier werden die gigantischen Frachtschiffe be- oder entladen.

Im Vergleich zu den Giganten aus Stahl sehen die schaukelnden Segelyachten aus wie winzig kleine Nußschalen.

Kurz vor Knokke stellt ein Aktionskünstler seine selbst gebauten Winddrachen zur Schau.

Es macht Spaß, der gelben Krake  beim Tanzen zuzuschauen.

In Knokke beenden wir unsere Küstentour. Die Räder schließen wir irgendwo ab. Wir wollen sie morgen mit unserem Bus abholen, wenn wir nach Brügge fahren, unserem letzten Highlight.

Müde und mit glühenden Backen schaue ich aus dem Fenster der Straßenbahn. Der Radweg, auf dem wir entlangfuhren, fliegt an mir vorbei,

und mit ihm noch einmal die vielen Bilder von einem schönen, erlebnisreichen Tag.

Die alte Stadt Brügge

 

 

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Mit dem Fahrrad durch Flandern

Teil 3

Westflandern und seine Küste