Der Regen hat mittlerweile aufgehört und wir preschen übermütig durch die großen Pfützen auf einer Kopfsteinpflasterallee. Ein Turm mit einer Tordurchfahrt taucht auf und kündigt unser nächstes Highlight an.

Von hier aus geht eine Allee zum Renaissanceschloss Ooidonk, eines der schönsten Schlösser in Belgien.

Nicht nur das Schloss mit seinen bizarren Formen beeindruckt uns, sondern auch der liebevoll angelegte Schlosspark.

Unser Weg führt uns noch einmal zur Leie. Kurz vor Deinze verlassen wir dieses wunderbare Flüsschen

und werfen einen letzten, langen Blick  auf seine malerische Flusslandschaft.

 

Die Gegend wird zunehmend rauher und hügeliger.

Kilometerweite Ackerlandschaften breiten sich bis zum Horizont aus. Dazwischen vereinzelte Gehöfte.

Überwiegend fahren wir auf landwirtschaftlichen Wegen

Der Wind pfeift uns um die Ohren, und er kommt natürlich von vorne.

Dunkle, pechschwarze Wolken ziehen am Himmel auf.

Als wenn die Sonne sich noch einmal dagegen aufbäumen wollte, schleudert sie ihre letzten Strahlen gegen eine Hauswand und lässt sie grell aufleuchten.

Dann peitschen uns auch schon die ersten Regentropfen ins Gesicht

 

Wir suchen Schutz in einer alten Scheune und warten bis der heftigste Regen vorbei ist und radeln dann weiter.

Mal heiter, mal wolkig und umgekehrt, denn nach kurzer Zeit scheint wieder die Sonne und hat Oberhand gewonnen.

Wir erreichen ein kleines Dorf mit einer schönen Kirche.

Meisten ist es ja so, dass man hier am Ehesten ein Café, ein Bistro oder eine Kneipe findet.

Und so ist es auch. In der Dorfkneipe kehren wir ein und lassen es uns bei einem heißen Kaffee und einem milden Brandy gut gehen.

Es sind nur noch ein paar Kilometer bis zu unserem Etappenziel

Oudenaarde

An der Schelde gelegen, die wir in Gent verlassen hatten, ist dieser Ort bekannt für sein Rathaus, eins der schönsten Gebäude in Belgien. Aber auch die romantische Tuchhalle und die berühmten Wandteppiche mit ihren Landschaftsbildern sollen    sehr sehenswert sein.

Aus zeitlichen Gründen verzichten wir am nächsten Morgen auf eine Stadtbesichtigung,

Der erste Abschnitt geht an der uns wohl bekannten Schelde entlang bis nach Kluisbergen.

Ab hier wird es wieder hügelig, denn vor uns liegen

Die Flämischen Ardennen

 Dennoch ist sie mit ihren Wäldern und Wiesentälern, den Bauernhöfen und Feldern ein sehr abwechslungsreicher Landstrich.

Diese sanft wellende, bis zu 150 Meter hohe Hügelkette ist zwar nicht so eindrucksvoll wie die “echten Ardennen”.

Wir hatten in diesem Teil Flanderns, wo übrigens französisch gesprochen wird, zwar einige ordentliche Steigungen aber auch  entschädigende Abfahrten.

Mit Tempo 50 rollen wir am späten Nachmittag ins Dendertal, und erreichen etwas durchgefroren unser Etappenziel

Geraadsbergen

3 Kilometer weiter erwartet uns, unmittelbar an der Dender gelegen, ein trockenes Holzhäuschen.

Am Abend suchen wir noch die Sauna auf, die direkt am Campingplatz liegt.

Wenn alles gut geht, werden wir morgen Nachmittag unseren Bus in Uitbergen erreichen.

Die” Denderroute”, ein vorbildlich beschilderter Radweg, geht die meiste Zeit an der Dender entlang.

Sie führt uns bis nach Dendermonde, wo sie in die Schelde mündet.

Ab dort bringt uns die Vlandernroute  bis zu unserem Ausgangsort.

In Aalst machen wir einen Zwischenstopp. Nicht nur die flämischen Bauwerke in dieser alten Tuchmacherstadt sind sehenswert, sondern auch ihre farbenfrohe Fußgängerzone.

In Uitbergen, wo unsere Tour begann, verlassen wir den Deichweg und werfen noch einmal einen Blick auf die Schelde, bevor wir mit unserem Bus weiter bis zur Küste fahren...

Zurück zur Einleitung

Es macht Spass, mit dem Fahrrad das Leieland zu durchqueren. Ein Fotomotiv löst das andere ab.Immer wieder halten wir an, um das ein oder andere Foto machen zu können. Ich habe mal gelesen, daß die Seele Flanderns im Leieland schlummert. Ich kann das zwar nicht beurteilen, zumal die hügeligen Ardennen und die Nordseeküste auch zu Flandern gehören, aber eines steht fest: Das Leieland war auf unserer  Tour  ein echter Höhepunkt.

Westflandern und seine Küste

 

 

 

Mit dem Fahrrad durch Flandern

Teil 2

Ostflandern und sein Inland