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Von Cottbus bis nach Berlin

Mit dem Zug fahren wir einmal quer durch Deutschland bis nach Cottbus, denn hier beginnt unsere Fahrradtour. Endlich erreichen wir am frühen Abend den Hauptbahnhof, und kurze Zeit später sitzen wir bereits auf den Sätteln. Heute radeln wir nur 5 Kilometer, denn am Stadtrand von Cottbus werden wir von einem ADFC-Dachgeber erwartet. Am nächsten Morgen stehen wir zeitig auf.

Eine frischer Wind weht uns um die Ohren.Gegenwind! Das wird sich wohl auf der gesamten Strecke bis nach Flensburg auch nicht ändern, denn der Wind kommt in der Regel von Nord-West. Selber Schuld, denke ich mir schmunzelnd, denn wir wollten uns ja die Ostsee mit den dänischen Inseln für den Schluß der Tour aufbewahren.

Nach 2 Kilometern erreichen wir die Spree, die wir auf großen Streckenabschnitten bis nach Berlin begleiten wollen.

Besonders dann, wenn der Spreeradweg über die Deiche verläuft, bekommen wir den starken Gegenwind zu spüren.

Wir befinden uns in der Oberlausitz, einem Landstrich wo noch Sorben leben.

Dementsprechend sind die Ortseingangs- schilder auch zweisprachig ausgelegt.

Wir kommen durch Dörfer, wo Klapperstörche ihre Nester auf Strommasten errichtet haben. Wenn es dann bei der Fütterung der Jungtiere aus allen Nestern heftig klappert, machen sie ihrem Namen alle Ehre...

Unser Radweg verläuft jetzt mitten durch die Peitzer Teichlandschaft. Sie entstand durch den damaligen Abbau von Braunkohle und steht heute unter Naturschutz.

Deutlich und beeindruckend hebt sich das auf der anderen Seite liegende Kraftwerk vom peschschwarzen Himmel ab.

Weiter radeln wir an der Spree entlang. Oder doch nicht? Denn nachdem sie sich mehrere Male verzweigt hat, wissen wir nicht mehr, welches der ursprüngliche Hauptarm ist. Kein Wunder, denn der Spreewald mit seinen vielen Wasserläufen hat sich angekündigt. Als Paddler soll man hier mehrere hundert Kilometer paddeln können.

Wir erreichen Lübbenau, ein schmuckes Städtchen im Herzen vom Spreewald und somit ein idealer Ausgangsort für Kanutouren.

Man kann sich aber auch auf traditionelle Weise in hölzernden Stakbooten durch die zahlreichen Kanäle manövrieren lassen.

Wir übernachten auf dem sehr schönen Campingplatz in Lübbenau, und als wir erfahren, daß man sich hier auch Boote ausleihen kann, beschließen wir einen Tag länger hierzubleiben, um am nächsten Tag eine Kanutour zu unternehmen. Wir bekommen eine wasserfeste Kanuwanderkarte ausgehändigt, auf der verschiedene markierte Routen eingetragen sind.

Die Wahrscheinlichkeit, daß wir uns verfahren ist somit sehr gering, da wir nur noch der Beschilderung nachzufahren brauchen.Sehr abwechslungsreich war der Abschnitt zwischen Lehde und Leipe, beides typische Spreewalddörfer.

Der komplette Spreewald ist ein Labyrinth, bestehend aus idyllischen Stichkanälen und Flussarmen. So manche schöne Holzbrücke haben wir dabei unterquert.

Was erwartet uns hinter der nächsten Biegung?

Nachbarschaftsplausch über’m Kanal...

Links, rechts, geradeaus, oder wo geht es entlang?

Am nächsten Morgen radeln wir zeitig weiter. Wir wollen noch heute bis nach Erkner, einem Vorort von Berlin, um von dort aus mit dem Zug auf die andere Berlinseite nach Caputh zu wechseln. Dort wollen wir auf dem Campingplatz Sanssauci-Gaissberg übernachten, wo wir bereits 3 Monate vorher schon einmal waren.Dieser Platz ist eine optimale Ausgangsbasis für einen Berlinbesuch.

Die zahlreichen Flussarme aus dem Spreewald haben sich nun wieder zu dem vereinigt, was sie einmal waren, einem Fluss mit dem Namen Spree.

Ein Holperweg führt uns am Ufer entlang bis nach Lübben.

Wir passieren einen Biwakplatz. An der Spree gibt es viele davon.

Die Landschaft gewinnt nun immer mehr an Weite, und bei leichtem Nieselregen zirkeln wir vorsichtig unsere bepackten Räder auf einem matschigen schmalen Pfad.

Zwischen den Bäumen taucht die Ortschaft Schlepzig auf. In dem hübschen Storchendorf mit eigener Brauerei erwartet uns ein echtes Kleinod, nämlich die Dorfkirche im Fachwerkstil. Vor allem das Innere mit seiner puppenstubenartigen Ausstrahlung und der freundlichen Farbgestaltung gefallen uns außerordentlich gut.

Der nächste Streckenabschnitt geht durch dichte Auenwälder. Die weiten Wasserflächen des Neuendorfer Sees tauchen auf und glitzern geheimnisvoll.

Um etwas Zeit zu gewinnen, verlassen wir den sich in wei- ten Bögen durch die Landschaft schlängelnden Spreeradweg und radeln auf direktem Weg Richtung Berlin.

In den ausge- dehnten Kiefern- wäldern ist es recht einsam, und wir können noch einmal die Schönheit der Natur geniessen, bevor wir den Bahnhof in
Erkner erreichen,

von wo wir mit dem Zug das pulsierende und lebendige Berlin durchqueren. Größer kann der Unterschied kaum sein denke ich mir, als wir am Abend auf dem Campingplatz unser Zelt aufbauen...

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... und hier ein paar Bilder, die ich auf unserer Kanutour durch den Spreewald gemacht habe!