Berlin und das
        nähere Umland

 ...Wer so wie ich auf einem Campingplatz übernachten will, dem kann ich wärmstens den Sanssauci-Gaissberg am Templiner See empfehlen. Von den Plätze im näheren Berliner Umland hat er mir am Besten gefallen. Der Sanssauci hat eine Zeltwiese direkt am Wasser, saubere sanitäre Anlagen, Einkaufsmöglichkeiten und entspricht ansonsten dem neusten Standard. Das Straßenbahn, S-Bahn und Regionalbahnnetz liegt

darüber hinaus nicht weit weg, sodaß man rund um die Uhr nach Berlin hineinfahren kann. Mit 45 Minuten Fahrzeit muß man allerdings schon rechnen, denn Berlin ist ziemlich groß...

Ich habe mein Basislager am Sanssauci-Gaisberg aufgeschlagen. Von meinem Zelt aus schaue ich direkt auf den Templiner See.

Nach einem langen, erlebnisreichen Tag in Berlin, gespickt mit Reizüberflutungen, ist die ruhige Abendstimmung am See für mich genau der richtige Ausgleich.

In den den nächsten Tagen möchte ich mir Berlin anschauen, verschiedene Museen besuchen und Streifzüge im botanischen Garten bzw. im Zoo unternehmen. Für ein solches Vorhaben eignet sich das “Welcome Ticket”. Ich erhalte es an der Rezeption vom Campingplatz, fahre mit dem Rad bis zum nächsten 1,5 Kilometer entfernten Bahnhof, stemple die Karte einmal ab, und schon kann es losgehen. Abenteuer Berlin wartet auf mich.Von dem S und U-Bahn-System bin ich begeistert. Alle 5-10 Minuten kommt und geht ein Zug. Damit komme ich in kurzer Zeit überall hin in Berlin.

So lerne ich Berlin in den ersten 3 Tagen zunächst einmal unterirdisch kennen, von Ost nach West und von Süd nach Nord. Mit dem Stadtplan und einem Faltblatt in der Hand, auf dem schematisch alle U-Bahn-Verbindungen aufgezeichnet sind, klappere ich gezielt sämtliche Museen und städtische Einrichtungen ab, die mich interessieren.

Diese Affe hat mir ganz schön imponiert. Er wirft den Zuschauern ein Stück Rinde zu und will als Gegenleistung, daß man ihm dafür auch etwas gibt, natürlich etwas Leckeres...

Liebevoll ist der zoologische und Botanische Garten angelegt worden

Ein ganz großes Highlight bei den Museumsbesuchen ist gewiß “Das Moma” in der neuen Nationalgalerie, eine Ausstellung bedeutender und moderner Gemälde, wie man sie vergleichsweise in keinem anderen Museum bewundern kann. Diese Ausstellung läuft leider nur noch bis zum September. Die wertvollen Gemälde stammen aus dem “Modern Art Museum” in New York, welches im Augenblick saniert wird. Für viel Geld hat man die Werke für diese Zeit ausgeliehen.

Informativ und vor allem aber gruselig geht es in dem Berliner Horrorkabinett zu. Das Museum befindet sich in einem ehemaligen Luftschutzbunker, wo im Krieg bei den Luftangriffen bis zu 25000 Menschen untergebracht wurden.Man erfährt einiges über das Leben in einem solchen Bunker. Auf einer ganz anderen Etage dagegen ist Ekelhaftes, Absonderliches und Gruseliges ausgestellt. Zwischen  Wachsfiguren, nachgestellten Enthauptungs - und Folterszenen haben sich im nebeligen Rotlicht echte Gestalten dazwischengemengt, und ihr Einfallsreichtum ist sehr groß, um harmlose Besucher zu erschrecken.

Oder wie wär’s mit einem Besuch im IMAX Berlin, einem kuppelförmigen 3D-Kino mit modernster Technik und der größten Leinwand. Durch die optischen Täuschungen in brillanter Bildqualität wirkt alles so lebensecht, daß man meint, in dem Film zu sein. Ich war dort und für 45 Minuten ein Tiefseetaucher in einem gläsernen U-Boot, das zeitlos auf dem Meeresgrund und zwischen farbigen Korallenriffen und bunten Fischen schwebte.

Jaja so ist das! Wer die Wahl, der die Qual. Das Angebot an Museen, Einrichtungen und Veranstaltungen in Berlin ist riesig. Ich entschließe mich zu einem Bummel durch Berlin. So schlendere ich ziellos durch die Straßen der Stadt, sitze irgendwann in irgend einem der zahlreichen Straßencafes und beobachte die Leute.

Etwas später stehe ich in einer Traube von
Menschen und schaue neugierig einigen Aktionskünstlern zu.

Man sieht sie in Berlin an jeder
Straßenecke. Irgendwo ist hier immer irgend etwas los.

  Ich nähere mich nun dem Stadtkern. Hier, wo die Spree entlangfließt, wo der
Reichstag, das geschichtsträchtige Brandenburger Tor, die Siegessäule und die Regierungs-
gebäude stehen, pulsiert das Herz dieser Stadt. Von hier aus werden die Fäden und Register gezogen.
 

...Als Band des Bundes werden die neuen Regierungs- und Parlamentbauten auch bezeichnet. Sie ziehen sich als West-Ost-Band über den Spreebogen.

Berlin ist die Stadt der Gegensätze. Alte Häuser und Gebäude stehen auf engstem Raum neben modernen, futuristisch wirkenden Bauwerken aus dem 20. Jahrhundert.

Das heutige Berlin steht für Veränderungen in einer atemberaubenden Geschwindigkeit. Nach der Zerstörung Berlins im zweiten Weltkrieg (bis zu 50%) lag die Stadt in Schutt und Asche.

Nach der Trümmerbeseitigung wäre Platz für Neues gewesen, doch dann wurde Berlin geteilt wobei ganze Stadtteile unter der komunistischen DDR nur notdürftig instand gesetzt wurden und im Grunde genommen brach lagen. Erst ab dem Mauerfall vor 15 Jahren beginnt Berlin aufzublühen. Ich komme an Orten vorbei, die ihr Antlitz seitdem grundlegend geändert haben.

Der direkte Unterschied zwischen alt und neu kann nicht viel größer sein als bei der Gedächtniskirche.

Das alte Reichstagsgebäude steht im krassen Gegensatz zu dem in der Nähe liegenden bunt sanierten Wohnblock.

Neue und moderne Stadtteile sind in den letzten Jahren entstanden, wie zum Beispiel die Arkadenstadt.

Verspiegelte Hochhäuser! Im Kreis angeordnet und mit einer gigantischen Glaskuppel verbunden bilden sie ein überdachtes Komunikationszentrum der Superlative, den Potsdamer Platz.

Ich beschließe, mit dem Fahrrad einige Touren in Berlin zu unternehmen.Sehr hilfreich dafür ist der Radatlas Berlin. Die hier vorgeschlagenen 27 Routen in und um Berlin herum sind nach Themen sortiert.

So gibt es zum Beispiel den geschichtsträchtigen Mauerweg, die multikulturelle Kreuzberg- rundfahrt oder eine Route durch das neue Berlin. Alle Strecken sind untereinander kombinierbar und enden an irgend einer U oder S-Bahnstation, von wo man aus wieder zurückkommt.

Systematisch radle ich das Berliner Umland ab und stelle fest, daß Berlin in einer sehr wald- und seenreichen Landschaft liegt, die unmittelbar bis zum Stadtrand reicht. Natur und Kultur stehen dicht nebeneinander.

Die Havel führt durch mehrere Seen, die wie auf einer Perlenkette aneinander gereiht sind.Überall gibt es Badestellen zum Verweilen.

Nur 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt der Tegeler Fließ mit seinen Sumpfgebieten und Auwäldern.

Interessant ist auch die Berlin-Mauer Radtour. Sie führt mich gezielt an die Stätten der Berliner Nachkriegszeit. Orte, wo sich sehr bewegende Szenen abspielten.

Man sieht sie überall, die weißen Kreuze. Sie sollen an die tragischen Opfer der Berliner Mauer erinnern.

Nicht selten hängen die dokumentierenden Zeitungsausschnitte von damals daneben.

Der alte Grenzwachturm inmitten eines Wohngebiets dient heute  als Mahnmal einer vergangenern Zeit.

“Die versunkene Mauer”, so heißt dieses, nach der Wiedervereinigung errichtete Denkmal der Gegenwart.

Die Sternfahrt

Susanne ist mit dem Auto nachgekommen. Gemeinsam wollen wir an der alljährlichen Sternfahrt in Berlin teilnehmen. Mit 250.000 Radlern ist es ist die größte Fahrraddemo der Welt. Auf dem Faltblatt entnehmen wir die  unterschiedlichen Treff und Zeitpunkte. Wir schließen uns am Potsdamer Hauptbahnhof den vielen Radlern an. Sämtliche Hauptstraßen auf unserem Parcours sind dafür gesperrt worden.

So auch die beiden Stadtautobahnen, wo man sich noch einmal sammelt bevor es dann weitergeht bis zur Siegessäule und zum Brandenburger Tor. Ein starkes Gruppengefühl empfinde ich dabei...

Karneval der Kulturen

 

 

 

Übersicht Berlintour

Das Welcome Ticket

Mit diesem Ticket kann man 3 Tage lang alle öffentlichen Verkehrsmitten in Berlin und dem näheren Umland benutzen inklusive einer Fahrradmitnahme. Darüber hinaus gibt es Ermäßigungen bis zu 50 Prozent auf Museen, Dienstleistungen und Veranstaltungen.