Karneval

der Kulturen

Der absolute Höhepunkt in Berlin ist für mich der “Karneval der Kulturen”, der alljährlich in dem multikulturellen Stadtteil Kreuzberg stattfindet. Drei Tage lang herrscht hier Ausnahmezustand. Überall sind Bühnen aufgebaut, wo Bands aus allen möglichen Nationen spielen. Aber auch landestypische Tänze werden aufgeführt. Auf sämtlichen Straßen gibt es Leckereien aus den unterschiedlichsten Ländern zum Probieren. Köstlich! Aktionskünstler und Animateure präsentieren sich an jeder Strassenecke und aus sämtlichen Kneipen ertönen folkloristische und fröhliche Klänge.

Im Grunde genommen geht es hier so ähnlich zu wie bei einem normalen Volksfest, vielleicht etwas schriller, exotischer und bunter, wenn da nicht zuletzt noch der riesige 7 Stunden lange Umzug am letzten Tag wäre. Die normalen Karnevalsumzüge kenn ich ja von zu Hause her, denn ich wohne am linken Niederrhein. Doch was mich hier erwartet, sprengt alles was ich bisher auf Karneval so gesehen und erlebt habe, sowohl an Temperament, Stimmung, an Farben, Klängen und phantastischen Kostümen.

Animateure und Straßenkünstler gibt es an jeder Straßenecke. Besonders gut gefallen mir die Akteure an den Trommeln.

Gibt es

etwas

Schöneres

als zu

Trommeln

???

???

Eine junge Frau hat ihr Schlagzeug auf einer Wiese aufgebaut. Sie spielt schon längere Zeit und hat eine beachtliche Menge Leute um sich herum versammelt, denn sie spielt wie der Teufel.

Nach der sechsten Zugabe ist sie ausgepowert und möchte aufhören. Ein Althippy und andere Leute bieten an, für sie Geld zu sammeln, damit sie weiter spielen möge.

Der absolute Höhepunkt vom Karneval der Kulturen jedoch ist sein Umzug.

Ich habe nirgend wo anders so phantasievolle Kostüme gesehen wie auf dieser Parade.

4200 Akteure repräsentieren mit volkstümlichen Tänzen, Kostümen und Klängen die unterschiedlichsten Kulturen.

Heiße Sambarythmen beherrschen in erster Linie die Karnevalsmusik. Daß man dafür nicht unbedingt teure Kongas braucht, demonstriert diese 20-köpfige Truppe auf eindrucksvolle Art und Weise. Ölfässer tun es auch! Und wenn man weiterzieht, werden diese vor sich hergerollt bis nach 100 Metern der Trommelzauber von Neuem beginnt.

Ein Kostüm muß nicht viel Geld kosten zeigt uns die stolze Seniora mit dem bunten Schlipsdesign.

...bunt, bunter, am Buntesten

Das Tolle an diesem multikulturellen Umzug sind die verschiedenen Menschen. Interessant und amüsant zugleich finde ich zum Beispiel den Schnappschuß links. Viel unterschiedlicher können Menschen kaum sein. Oder??

Mein Fazit zum Schluß! Schon alleine wegen dem Karneval der Kulturen mit seiner Parade hat sich die Radtour nach Berlin gelohnt.

Den Umzug kann man in keinster Weise mit den traditionellen, straff organisierten Karnevalsumzügen vergleichen. Im Gegensatz zu langweiliger Schunkelmusik geht hier die Post ab, gespickt mit Sambarythmen. Eine Karnevalshierachie inklusive federfasanigem Prinzengefummel gibt es hier genauso wenig wie die dämlichen Straßensperren. Stattdessen steht man plaudernd auf der Straße und geht erst dann zur Seite, wenn es erforderlich ist weil der nächste Karnevalswagen oder eine Gruppe von Akteuren vorbei muß. Oft war es aber auch so, daß sich Leute einem Wagen mit guter Musik einfach angeschlossen haben und tanzend hinterher gezogen sind.

Das Schlußlicht nach 7 unterhaltsamen Stunden bildet ein blinkendes Polizeiauto. Irgend einer hat ein Bier auf’s Dach abgestellt. Wenn ich mir die Dose Becksbier so ansehe, finde ich, daß sie farblich sehr gut zu dem grün- weißen Wagen passt.

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