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Stadtplan von Rom

Teil 2

Der Tiber liegt vor uns. Träge fließt er unter den zahlreichen Brücken in Rom. Die bekannteste von ihnen ist sicherlich die Ponte Fabricio. Die 62 n. Chr. erbaute Brücke ist die einzige antike Brücke in Rom, die bis heute vollständig erhalten ist. Dennoch faszinierte mich auch die  Pont Viktor Emmanuele ll, die erst um die Jahrhundertwende entstanden ist. Schuld daran sind die Figurengruppen aus Marmor  auf den jeweiligen Brückenpfeilern.

Pont Viktor Emmanuele ll

Äußerst dynamisch und lebendig wirken die Figurengruppen aus Marmor,

die wir auf dem Weg zum Vatikan auf der Pont Emmanuele ll passieren.

Wir näherrn uns dem Vatikan. Seit 6 Jahrhunderten ist er die Residenz der Päpste. Der Vatikan ist ein unabhängiger Staat und wohl der kleinste auf unserem Erdball. Ursprünglich wollten wir die sixtinische Kapelle besuchen, die in den vatikanischen Mussen untergebracht ist. Doch eine  kilometerlange Menschenschlange hält uns davor ab. Stattdessen begeben wir uns auf die berühmte Piazza San Pietro.

Piazza San Pietro

Der Platz vor der Peterskirche ist der größte in Rom. Er ist 240 Meter breit und 340 Meter lang. Die Kolonnaden, die den Platz einräumen, bestehen aus 248 Säulen, 88 Pfeilern in Viererreihen. Auf ihnen stehen 140 Statuen von Heiligen. In der Mitte erhebt sich ein sehr schöner ägyptischer Obelisk, der 25 Meter hoch ist und auf dessen Spitze sich ein Kreuz befindet. Dieses soll echte Reliquien des Kreuzes Jesu Christi enthalten.  Wir beschließen, den Petersdom zu besteigen, Eine herrliche Aussicht auf den Petersplatz und auf die Stadt Rom soll die

Belohnung unserer Mühen sein, denn es gilt immerhin, 132 Meter an Höhe zu bewältigen. Der Aufstieg hat sich gelohnt. Nicht zuletzt auch wegen dem Einblick, den wir von der gigantischen Kuppel aus ins Kircheninnere hatten. Hierein gehen wir als Nächstes. Die Peterskirche ist die größte Kirche der Welt. Sie ist 211 Meter lang, 115 Meter breit ( im Querschiff 152 Meter), und hat eine gigantische Kuppel, die 132 Meter hoch ist. Außer der Hauptkuppel beinhaltet sie noch weiter 8 kleine Kuppeln, 44 Altäre und etwa 800 Säulen aus Marmor, Bronze oder Stuck. Von der Größe und Pracht dieser Kirche sind wir überwältigt. 

Petersdom

Durch Zufall erfahren wir, daß der Papst heute zum Gebet aufruft. Auf dem Petersplatz haben sich bereits eine Menge Menschen eingefunden. Auffallend viele Jugendliche befinden sich darunter. Das Meeting kommt einem Volksfest gleich. Es wird viel gesungen und gelacht. Eine Bühne ist aufgebaut, auf der eine Band moderne christliche Songs spielt.

Ich habe den Eindruck, als wenn der Papst wie ein Popstar gefeiert wird. Und dann öffnet sich ein Fenster irgendwo im vatikanischen Komplex, und unter viel Gejubel erscheint der Papst auf der Bildfläche. Der dünne Singsang auf lateinisch hat uns allerdings so sehr abgeschreckt, daß wir den Petersplatz bereits nach kurzer Zeit fluchtartig verlassen haben...

Wieder in der Altstadt schlagen wir uns durch bis zum Pantheon. Dieser ursprüngliche über 2000 Jahre alte Tempel, der den Göttern geweiht war, ist von allen antiken Monumenten das besterhaltene und wohl auch eins der eindrucksvollsten. Es gehört zu den ältesten großen Betonbauwerken der Welt. Das Hauptgebäude des Pantheons ist ein überwölbter mit Marmor ausgestatteter Rundbau von ca. 43 Meter Innendurchmesser und -höhe. Da er im Inneren genauso breit wie hoch ist, berührt die gewaltige Kuppel, die übrigens noch größer ist als die vom Petersdom, den Boden.  An der Spitze der Kuppel befindet sich ein offenes Loch mit einem Durchmesser von 9 Metern. Es ist die einzige Lichtquelle, und dadurch verändern sich die Lichtverhältnisse im Innenraum permanent. Ursprünglich wurde das Regenwasser durch ein Becken aufgefangen, was aber nicht mehr existiert. Glänzender und leuchtender Marmor auf dem Boden ist die Folge. Auch nicht schlecht, denke ich mir...

Pantheon

Wir verlassen das Pantheon und halten uns noch eine Weile auf dem Vorplatz Piazza della Rotonda auf. Strassenkünstler, Musiker, Aussteiger und natürlich Touristen beleben die Szenerie auf diesem so romantischen Platz.

Piazza della Rotonda

Irgendjemand bläst mit Seifenblasen, und sie fliegen in unterschiedlicher Größe an mir vorbei. Im Hintergrund höre ich das unentwegte Plätschern eines Brunnen, vermischt mit dem Gurren zahlreicher Tauben, die sich  hier niedergelassen haben. Ein Obelisk schmückt außerdem diesen herrlichen Brunnen und verleiht der Piazza della Rotonda noch eine ganz besondere Note.   Im Nachhinein muß ich feststellen, daß ich mich hier am wohlsten gefühlt habe.

Den nächsten Tag wollen wir außerhalb von Rom verbringen, nämlich in dem 30 Kilometer entfernten Städtchen Tivoli. Das hat seinen Grund, denn hier gibt es zwei wunderschöne Gärten aus der Renaissance zu besichtigen, die Villa’d Este und die Villa Hadriana. Seit 2001 gehört die Villa’d Este zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Gärten erstrecken sich unterhalb der Villa an einem Hang und sind ein Meisterwerk der Gartenbaukunst. Es gibt mehr als 500 Brunnen, Nympfen, Wasserspiele, Grotten und Wasser- becken, sowie eine Wasserorgel.  Durch einen unterirdischen Kanal wurde das Wasser des Flusses Aniene abgezweigt und anschließend auf weitere Kanäle, die die Anlage speisen, weiterverteilt. Das natürliche Gefälle wurde dabei kunstvoll zum Betrieb der enormen Anlage genutzt.

Mit der U-Bahn fahren wir bis zur Endstation und steigen anschließend in einen Bus um, der uns bis nach Tivoli bringt. Die ganze Aktion mit Wartezeiten dauert letztendlich 2 Stunden. Wilde Bebauung und viel Industrie prägen das Landschaftsbild um Rom herum. Schön wird es eigentlich erst da, wo die Sabiner Berge beginnen, und genau hier liegt Tivoli.

Wir erreichen die Villa d’ Este und besichtigen zu- erst einmal ihr Inneres. Sämtliche Räume sind

mit farbigem Marmor, aufwendiger Stuckarbeit und mit den tollsten Wandmalereien versehen. Ich öffne eines der zahlreichen Fenster und mache ein Foto von dem Ort Tivoli. Malerisch liegt er am Fuß der Sabiner Berge. Im Vordergrund, unterhalb der Villa, erstreckt sich großzügig 

in Hanglage und auf verschiedenen Teras- senebenen der Garten Villa d’Este mit den zahlreichen Wasserspielen. Er macht uns neugierig, und deswegen begeben wir uns nach unten Richtung Hinterausgang des Hauses. Als wir dann die Türe nach draussen öffnen, ist es so als wenn wir eine ganz andere Welt betreten.  Der Garten ruft !!!

Villa’d Este

Tivoli

Die Stunden vergehen wie im Flug. Eigentlich wollten wir noch den Garten “Villa d’ Hadriana” besuchen. Doch dazu reicht die Zeit nicht mehr. Zu lange hatten wir uns hier in dem Ort der Muße und Harmonie aufgehalten. Wir machen daher noch einen Bummel durch den Ort Tivoli der einen sehenswerten alten Ortskern besitzt. Anschließend fahren wir wieder zurück in die Hauptstadt.

Piazza Navona

In Rom schlendern wir durch die Gassen der Altstadt. Dabei überqueren wir noch einmal den ein oder anderen uns bekannten Platz.

Dabei stellen wir fest, daß die Stadt mit ihren traumhaft schönen Plätzen am Abend ihren ganz besonderen Charme besitzt.

Und als ich dann auf einer Bank an der Piazza Navona sitzen mit Blick auf einem der beleuchteten Brunnen, dann geht mir durch den Kopf, daß nicht nur Paris die Stadt der Verliebten sein kann...

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