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Plauer See

Uebersicht Reiseberichte

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Unser heutiges Ziel ist der Stolpsee. Auf der Landkarte und auf dem Navi habe ich eine schoene Route bis dorthin ausgearbeitet. Es ist nicht der direkte Weg, aber dafuer der schoenste. Auf kleinen Straesschen geht es kreuz und quer zwischen glitzernden Seen und grünen Wäldern.

Nicht selten befahren wir holprige Kopfsteinpflasterstrassen, staubige Schotterwege und auch tueckische Sandwege. Hierfuer ist vor Allem ein gutes Balancegefuehl noetig, denn unsere Baumarktroller mit den kleinen Reifen sind fuer so etwas gar nicht ausgerichtet. Aber es laeuft alles wunderbar. Auf einer Sandpiste schlingern wir zuerst einmal durch tiefgruenem Tannenwald. Da wo der Sand besonders tief ist weichen wir auf dem Wiesenrandstreifen aus. Spitz  pass auf! Nach fuenf konzentrierten Kilometern sehen wir noch einmal den so schoenen, romantischen Plauer See aus einer anderen Perspektive.

Wir überqueren eine ratternde Holzbohlenbrücke, die den Plauer See von einem kleinen Sportboothafen trennt und fahren im Slalom auf einer Betonstrasse weiter, die mit tiefen Schlaglöchern gespickt ist. Wir verlassen den Wald und gelangen auf freies Feld.

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Auffällig sind die vielen bunten Wiesenblumen am Wegesrand wie Feldmohn, Spitzwegerich, Kornblume oder Kamille. Es erinnert mich irgendwie an meine Kindheit. Die Gegend hier ist sehr abwechslungsreich. Acker  und Wiesenlandschaften, von Alleen durchzogen, stehen im Kontrast zu den ausgedehnten Mischwäldern. Dazwischen liegen eingebettet die zahlreichen Seen mit ihrem sauberen, fischreichen Wasser.

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Wildromantisch liegt vor uns der Plauer See.

Viele Feldblumen stehen auf den Feldern.

Ein sandiger Weg fuehrt uns durch dichtem Tannenwald.

Die Mecklenburger Seenplatte entstand in der Eiszeit und besteht insgesamt aus 1000 Seen, die eingebettet wie grosse Spiegel in einer bezaubernden Moraenenlandschaft liegen. Ich habe  das Gefuehl, um 40 Jahre zurueck- versetzt zu leben. Die Rückständigkeit in Mac Pomm hat ihren eigenen Charme.

Wunderschoen ist die uralte Allee mit ihren  Baeumen, die sich wellenfoermig  wie eine Schlange aus Laub durch die Getreidefelder zieht.

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Zerfallene Kolchosen erinnern

an den damaligen Kommunismus

ehemalige

Silos

Die Scheunentore

sind aufgemalt

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Auf unserem Weg treffen wir sie immer wieder an, Einrichtungen wie zB. stillgelegte Fabriken oder auch ehemalige Kolchosen, die an die Zeit vor der Wiedervereinigung erinnern, wo hier noch der Kommunismus das politische Geschehen diktierte. Vom Zerfall bedroht und von der Natur nach und nach wieder zurueckerobert, strahlen solche Orte fuer mich eine ganz besondere Atmosphaere aus. Friedlichkeit und Verschlafenheit sind hier angesiedelt.

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Wir passieren eine ehemalige grosse Scheune. Die Eingaenge hat man zugemauert. Wahrscheinlich, damit sich hier kein Gesindel aufhaelt. Stattdessen hat man die drei Scheunentore taeuschend echt aufgemalt, um zu zeigen wie es mal ausgesehen hat. Wir fahren weiter, vorbei an einem Kamel. Ein Kamel? Ich drehe um und fahre mit 

dem Roller wieder zurück. Tatsächlich steht da ein Kamel in einem Obstgarten und schaut mich wiederkäuend an. Das ist genau das, was ich in diesem oestlichen Teil Deutschlands so sehr liebe. Während am linken Niederrhein, wo ich herkomme, alles so perfektioniert und überkultiviert ist, findet man hier eher noch Ursprüngliches, Naturbelassenes und eben halt nicht Perfektioniertes. Statt Gartenzwerge stehen hier Kamele im Garten. Irgendwann erreichen wir die Stadt Waren am Müritzsee. Mir kommt es fast so vor, als wenn man ein Vorzeigestädtchen hieraus gemacht hat. Alles neu und viel Geld in die Sanierung alter Häuser hineingesteckt. Mehr als in den anderen Städten hier in der Umgebung, wie mir erscheint. An der

Das Kamel im Obstgarten.

Hafenpromenade zum Müritzsee, der neben dem Bodensee zu den grössten Deutschlands zählt, trinken wir einen Cappuccino. Ein bisschen Flair so wie in Lindau kommt dabei auf. Weitaus uriger geht es bei einem Berufsfischer zu, der hier in der Nähe seinen Fisch auf einem bezaubernden Grundstück direkt am See anbietet.

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geraeucherter Fisch

frisch aus dem

Raeucherofen

wird hier ueberall

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Da fahren wir auch hin, und wir geniessen den noch warmen Fisch aus dem Raeucherofen. Dazu noch einen Kraeuterschnaps. Wer hier keinen Fisch probiert, der ist es selber schuld! Wieder unterwegs,

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rollen wir ein Stück Bundesstrasse. Hier herrscht wie auf fast allen Hauptstraßen in Mecklenburg sehr viel Verkehr, da es nicht so viele Autobahnen gibt. Doch nach 10 Kilometern geht es rechts ab in den Nationalpark dem Kernstück der Neustrelitzer Kleinseenplatte. Ich war hier schon öfters. Allerdings mit dem Kanu. Jedesmal wenn ich hier bin schlägt mein Herz etwas höher. Es ist interessant für mich, diese Gegend auch mal aus der Landperspektive zu erleben und nicht vom Wasser aus. Es gibt nur eine Moeglichkeit, den Nationalpark mit den Rollern zu befahren ohne dabei ein saftiges Knöllchen zu kassieren. Auf absoluten Nebenwegen durchqueren wir das Herzstück. Selbst auf dem knatternden Roller spüre ich die Wildheit dieser Gegend.

Die eine oder andere Stelle kommt mir bekannt vor und weckt in mir Erinnerungen, als ich mit dem Kanu hier unterwegs war.  So sehe ich noch einmal den malerischen Bildausschnitt von dem Ort Wustrow mit den Finnhütten am Wasser und der Kirche im Hintergrund. Wie bei einer Bildmeditation lösen sich die Landschaftsbilder im weiteren Verlauf ab, bis wir das Städtchen Fürstenberg erreichen. Von hier aus sind es nur noch ein paar Kilometer bis zu dem familiären Campingplatz am Stolpsee mit der urgemütlichen Kneipe. Wolken ziehen auf, und wir beeilen uns, damit wir unsere Zelte noch im Trockenen aufbauen können.

Eine Stunde später ist unser Lager direkt am Wasser aufgebaut. In der Kneipe nehmen wir einen Snack zu uns und trinken Schwarzbier. Ein gelungener und erlebnisreicher Tag neigt sich dem Ende zu! Ich schaue noch einmal aus dem Zelt und sehe die dunklen Regenwolken, die am Horrizont über dem Stolpsee ziehen. Dann kuschele ich mich in den Schlafsack und schlafe ein.

Finnhuetten wie aus dem Bilderbuch stehen in Wustrow.

Auf einem landwirtschaftlichen Weg durchqueren wir den Nationalpark.

Zurueck zur Uebersichtskarte!